Geschichte

Das Nürnberger Haus ist ein Kind der Städtepartnerschaft zwischen Nürnberg in Deutschland und Charkiw in der Ukraine. Der offizielle Städtepartnerschaftsvertrag wurde am 29. April 1990 unterzeichnet. 45 Jahre nach Kriegsende setzten Charkiw und Nürnberg damit ein Zeichen der Versöhnung und Annäherung zwischen Ost und West.

Die Städtepartnerschaft stieß auf großes Interesse und löste vielfältige Austauschs- und Hilfsaktivitäten aus. Drei Jahre später wurde 1993 der Partnerschaftsverein Charkiv-Nürnberg gegründet. Nürnberger Bürger wollten die Partnerschaft persönlich mitgestalten. Die Vision war das gemeinsame Haus Europa: private Initiative, persönliche Kontakte und eine gute interkulturelle Verständigung über Grenzen hinweg sollten zum Aufbau dieses Hauses beitragen. Aus diesen Bestrebungen entstand das Nürnberger Haus in Charkiw: als Begegnungsstätte, als Kultur- Sprach- und Bildungszentrum, als Kontakt- und Informationsbörse, offen für alle Charkiwer Bürger, die sich für Deutschland interessieren.

Das Nürnberger Haus wurde 1995 eröffnet . Träger der Einrichtung sind der Nürnberger Partnerschaftsverein Charkiv-Nürnberg und der Charkiwer Club der Freunde Nürnbergs. Für die Einrichtung und Ausstattung der Bibliothek sorgten Zuschüsse der Bayerischen Staatsregierung und der Partnerstädte. Die laufenden Kosten werden über Einnahmen aus den Gebühren für die Sprachkurse und private Spenden finanziert. Wesentliche Unterstützung leistete jahrelang Dr. Bernd Rödl, der Ex-Vorsitzende des Partnerschaftsverein Charkiv-Nürnberg.

Seit 1997 arbeitet das Nürnberger Haus eng mit dem Goethe-Institut zusammen. Im April 2000 wurde hier ein vom Goethe-Institut ausgestattetes Lehrmittelzentrum für Charkiver Deutschlehrer/innen und Germanistikstudenten eröffnet. Die Stadtverwaltungen von Charkiv und Nürnberg unterstützten die Aktivittäten des Zentrums.

Zum Programm gehören 45 Deutschkurse mit modernen Lehrmaterialien, Medien und Methoden sowie Ausstellungen, Vorträge und Fortbildungsseminare, Schüler- und Fachkräfteaustausch. Ca. 720 Personen nehmen ährlich an Sprachkursen teil. Viele legen danach mit Erfolg die Zertifikatprüfungen des Goethe-Instituts B1 und B2 vor Ort ab. Die Bibliothek mit aktuellen Zeitschriften und deutschsprachiger Literatur steht täglich den Besuchern offen.

Das Nürnberger Haus erfüllt weiterhin eine zuverlässige deutsch-ukrainische Mittlerfunktion. Es ist eine beliebte Anlaufstelle für Information und Beratung.Seit 2004 arbeitet die Einrichtung mit der Deutschen Botschaft in der Ukraine eng zusammen. Regelmäßig werden Kulturveranstaltungen wie Ausstellungen_ Seminare durchgeführt, die in Zusammenarbeit mit dem Goethe-Institut erfolgen und vom Auswärtigen Amt gefördert werden.

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